Alles hat ein Ende....

Donnerstag, 23.01.2014

Tatächlich habe ich mich heute endlich überwunden, den letzten finalen Blogeintrag zu schreiben. Es ist kaum zu glauben, dass es schon über einen Monat her ist, dass ich wieder in Deutschland bin. Mittlerweile fühlt sich Kanada schon wieder so unrealistisch an, war ich wirklich dort?

Aber nun erstmal zu meiner letzten Woche in Kanada, an die ich mich nur noch vage erinnere.

Ich hatte geplant, für meine Gastfamilie als kleines Abschiedsgeschenk eine Fotocollage zu erstellen, über alle Erlebnisse, die wir miteinander hatten. War auch eine super Idee, nur nun war die Frage, wo bekomme ich auf die Schnelle noch Fotos her? Da entdeckte ich das Walmart Angebot, Fotos innerhalb einer Stunde drucken zu lassen. Gesagt getan, online musste ich die Fotos hochladen, natürlich zuerst auswählen und dann warten, warten, warten, bis sie endlich hochgeladen waren. Für mich kam dann nur die Abholung in einer Filialie in Betracht, da der Versand zusätzlich kostete und aber auch 3 Tage länger dauerte, die ich nun wirklich nicht mehr hatte- mache ja gerne Dinge auf den letzten Drücker. So. Nun kam dann ein tolles Feld "Bitte fügen sie die Filiale ein, in der Sie Ihre Bilder gerne abholen möchten, indem Sie die Stadt, die Straße oder die Filialiennummer eingeben". Gesagt getan, "Edmonton" eingegeben, keine Ergebnisse. Die Straße eingegeben, keine Ergebnisse, die Filialiennummer eingegeben, keine Ergebnisse. Bis mir dann nach einer geschätzten halben Stunde auffiel, dass ich ja garnicht auf der kanadischen Walmart Seite war, sondern auf der Amerikanischen.

Toll, dann hieß es, alle Fotos nochmal auswählen und auf der Kanadischen hochladen. Dann habe ich tatsächlich auch meine Filialie finden können.

Am nächsten Tag wollte ich dann die Fotos abholen, bin in den Bus gestiegen, zum Einkaufszentrum gefahren und als ich da ankam, sagte man mir, dass sie technische Schwierigkeiten hätten, und nicht wüssten, wann die Fotos denn dann letztendlich abholbereit wären. Sie konnten mir nur anbieten, die Bestellung zu annulieren.

Ich war richtig sauer und auch verzweifelt, da ich wirklich kaum mehr Zeit hatte, bin dann nach Hause, musste die Fotos nochmal alle hochladen, da die Bestellung nicht einfach übertragen werden konnte.

Apropos 1 Stunden Bestellung, die Fotos waren erst am Donnerstag fertig. Naja, am Dienstag war ich dann noch einkaufen, für meine Plätzchen am nächsten Tag, die ich für den Chor eingeplant habe. Auch habe ich dann noch den ganzen Tag gebacken, Vanille Kipferl, Gebrannte Mandeln und so leckere kleine Haferkekse (die sind wirklich lecker, aber wahrscheinlich klappen sie nur in Kanada! ;) ).

Am Mittwoch war dann wieder Chorprobe, meine letzte, die auch noch in irgendeiner weit entfernten Kirche lag zu der ich 1,5 Stunden Bus fahren musste. Außerdem war es sau kalt. Der Abschied vom Chor verlief dann ein wenig chaotisch, irgendwie wusste keiner, dass ich gehe, da ich ja zwischendurch schon immer mal wieder weg und da war, ich hatte sie wohl alle ein wenig verwirrt. Ich durfte dann noch dirigieren, juhuu, war bestimmt super. Und am Schluss sind dann alle aber auch sehr schnell weggewesen, war irgendwie ein nicht so toller Abschied, aber immerhin hat es mir dann das Weinen erspart. Apropos ein so toller Chor, keiner hat sich mehr bei mir gemeldet, außer Sasha.

Naja, schwamm drüber. Am Donnerstag war dann der Tag gekommen, an dem ich dachte, ich müsste sterben. Es war SO kalt, -26 Grad, und ich einfach nicht passend angezogen. Ich musste dann die Bilder in einem weit entfernten Walmart abholen, da das nahe ja die Probleme hatte. Ich kannte keine genaue Busverbindung, nur so grob und da ich ja nie Internet auf dem Handy hatte, war es alles ein wenig vage. Bin dann tiefgefroren dorthin gelangt, habe die Fotos ausnahmsweise mal ohne Probleme bekommen und dann wieder zurück zur Bushaltestelle gewatschelt durch den tiefen Schnee und ich dachte wirklich, jetzt hat mein letztes Stündlein geschlagen, mir war so kalt, ich habe schon angefangen Selbstgespräche zu führen mit "Stella du schaffst das, da hinten ist schon die Bushaltestelle". Aber dann musste ich auch noch eine halbe Stunde auf den verdammten Bus warten. Das hat mir echt den Rest gegeben. Naja wie ihr wahrscheinlich merkt, lebe ich tatsächlich noch.

Habe dann den restlichen Tag noch die Bilder ausgeschnitten und zusammengebastelt und ich würde sagen, das Ergebnis hat sich doch sehen lassen.

Donnerstag Abend haben wir dann noch Florian, ein Freund von Hope aus Deutschland, der gerade auch an ihrer Uni studiert, abgeholt, da er mit den Campbells Weihnachten zusammen feiern würde.

Am nächsten Tag hatten wir dann ein spontanes Nelson Mandela Abschiedskonzert und ich habe den Chor nochmal gesehen, obwohl es ja gar nicht geplant war. Das Konzert war ganz schön, bis auf dass ich nur ein Lied konnte, da die restlichen vor meiner Zeit lagen. Aber immer schön lächeln und sich bewegen- the Show must go on.

Abends waren Deborah, Florian und ich als das deutsche Trio noch Schlittenfahren, John wollte uns das typische Schlittenfahren beibringen. Die Schlitten ähneln eher einem langen Holzbrett, das vorne rund hochgebogen ist. Es hat aber einen riesen Spaß gemacht und wir haben den Abend gemütlich am Lagerfeuer ausklingen lassen.

Leider musste ich dann noch nachts meine Koffer packen.

Der nächste Tag war dann mein letzter, wir hatten noch ein hervorragendes Frühstück und dann ging es schon los zum Flugplatz. Keir hatte schon wieder vergessen, dass ich nach Hause flog und war ganz überrascht.

Am Flughafen angekommen war ich viel zu früh, habe mich dann noch von meiner Gastfamilie verabschiedet, ein wenig geweint und war dann aber doch auch froh nach Hause zu kommen.

Meine Flüge liefen alle ok, ich wäre nur fast verhungert, da heutzutage kein Essen mehr angeboten wird, nur alles gegen Bezahlung.

Die Rockys!

Am Flughafen wurde ich dann von meinem liebsten Freund abgeholt, und ich schwöre, er ist gewachsen! Meine Koffer haben es alle überlebt, bin ohne Probleme mit meinen eingeschmuggelten Samen durch den Zoll gekommen, und hatte dann zuhause noch eine kleine Überraschungsparty mit all meinen Verwandten.

Abends waren dann noch meine beste Freundin und ihr Freund da, ich freue mich übrigens immernoch riesig über das Plakat, das immernoch hängt, und dann durfte ich auch ENDLICH schlafen. War hundemüde.

It's Christmas TimeWelcome Home

So mittlerweile habe ich kein Jetlag mehr, Weihnachten und Silvester liegen hinter mir, meine Op auch, leide nur noch ein wenig an den Folgen und werde mich jetzt auf die vielen Herausforderungen des Studiums vorbereiten. Ich bedanke mich an alle, die meinen Blog gelesen haben, es ist mir einfach zu viel Arbeit ihn noch weiterzuführen und er war ja auch nur für meinen Auslandsaufenthalt bestimmt.

Wenn ich so an die Monate zurückdenke, kann ich mit gutem Gewissen sagen, es hat sich gelohnt. Natürlich gab es auch nicht so schöne Momente, mein Englisch hätte noch besser werden können, aber ich würde es auf jeden Fall jedem empfehlen, sich erstmal nach dem Abi ein Jahr freizunehmen. Nur dann macht es besser als ich, plant frühzeitig, plant viel, kümmert euch um die richtigen Visas, eine Arbeitserlaubnis, überlegt euch, was ihr machen wollte. Sucht euch auf jeden Fall vor Ort eine Aktivität, bei der man Menschen kennen lernen kann, Chor, Sport, etc. Eine gute Idee fand ich auf jeden Fall auch die Sprachschule, es gibt auch oft von Universitäten Schreibkurse oder Sprachkurse, die nur einmal pro Woche stattfinden, aber wo man auch Leute kennen lernen kann, dann könnt ihr euch viel Langeweile ersparen! Und motiviert euch immer mal einfach rauszugehen, herumzulaufen und auf keinen Fall, so wie ich es leider öfter getan habe, nur zuhause zu sitzen.

Und ich möchte mich noch einmal ganz herzlich bei meinen Eltern bedanken, die mir die Reise erst ermöglicht haben. Finanziell hätte ich es sonst auf keinen Fall geschafft!

Und endlich kann ich sagen, tschüß, das war´s!

 

 

 

Nein noch nicht ganz, noch ein schönes Wort:

Tobbogan = der komische kanadische Schlitten

tobboganing = das Schlittenfahren auf diesem komischen kanadischen Schlitten

P.S.: Wenn Deborah mich besuchen kommt, kriegt ihr auch noch Bilder von dem komischen kanadischen Schlitten ;) dann wars wohl doch noch nicht der letzte Eintrag....

Allüberall auf den Tannenspitzen....

Montag, 09.12.2013

... sah ich goldene Lichtlein sitzen. Ja so ging es mir gestern, aber dazu später mehr. Wenn ich mich recht erinnere, habe ich den letzten Blogeintrag noch in Halifax geschrieben, sodass ich dort erst einmal anknüpfen werde.

Am Freitag haben mich dann Hope und ein paar Freunde von ihr in Halifax abgeholt und wir haben den ausnahmsweise mal sonnigen Tag damit verbracht, Kaffee zu trinken, erneut die Zitadelle zu besichtigen und zu essen. Abends sind wir dann heimgefahren und ich habe zum ersten Mal Hopes Mitbewohnerinnen kennengelernt- Sara und Erika.

 

Generell war die Woche sehr schön, ich habe auch einen sehr guten Freund, die Couch, zu gut kennengelernt, da alle drei leider oft für die Examen lernen mussten und Hope noch einige Aufsätze schreiben musste. Doch letztendlich war das nicht weiter schlimm, eher sehr entspannend für mich.

  Florian auf meiner Couch!

Wir haben zusammen gekocht, gespielt, gefeiert und waren sogar Wandern bei strömenden Regen. Als wir dann endlich am Zielort angekommen waren, hatten wir dann aber kein Handynetz, sodass wir kein Taxi für die Rückfahrt rufen konnten. Sind dann ein wenig herumgelaufen und haben ein Haus gefunden, in dem wir telefonieren durften, ansonsten wären wir wohl wahrscheinlich immernoch in den tiefen Wäldern Wolfvilles verschollen. 

Christmas Market  

Wolfville ist eine kleine Stadt mit 5000 Einwohnern, zur Hälfte Studenten, die andere Hälfte wahrscheinlich Proffessoren oder reiche Leute. In der Stadt gibt es nur eine wirkliche Hauptstraße, in der alle Geschäfte gelegen sind. Dort wohnen nur die coolen, reichen Studenten, wir wohnten auf dem Berg und es war immer eine große Freude mit vollen Einkaufstüten den Berg zu erklimmen. Nach einer Woche habe ich es sogar geschafft, ohne aus der Puste zu sein.

Libraby PubMain Street  Deiche CampusCampus 

Einen super spannenden Platz gab es in Wolfville dann doch: den Pottery Place, eine Töpferei. Dort konnte man Getöpfertes kaufen und dann selbst bemalen, das hat wirklich Spaß gemacht. Leider ist es nicht rechtzeitig fertig gebrannt wurden, sodass ich mein Kunstwerk mitnehmen konnte.

Wenn ich so auf die Zeit in Wolfville zurückblicke, habe ich es doch sehr genossen mit Hope und ihren Freunden zusammen zu wohnen. Es war zwar manchmal ruhig, aber nie langweilig und ich glaube wir haben einen ganz guten Mix zwischen Aktivität und Entspannung gefunden und alle drei hoffentlich noch genug Zeit gehabt, um sich gründlich auf die Examen vorzubereiten.

Am Samstag bin ich dann zurückgeflogen, alles lief soweit problemlos, bin auch wieder ohne Piepen durch die Sicherheitskontrolle, davor hab ich ja immer Angst, wieso auch immer... Dieses mal war die Security aber super freundlich und da nichts los war, haben wir ein bisschen herumgespaßt. Ich hatte meine Stiefel ausgezogen, weil ich wie immer Angst hatte, dass sie Piepen und dann meinte der Security Typ nur so, er wette, dass ich mit den Stiefel zusammen durch das Sicherheitstor komme ohne zu piepen. Also hab ichs ausprobiert und er seinen Kollegen Bescheid gesagt und ich meinte, dann nur, wenn es piept gibts Ärger. Er hat tatsächlich gewonnen und das nächste Mal kann ich meine Stiefel getrost anlassen.

John und Lorelei haben mich vom Flughafen abgeholt und mein Koffer war noch heile.

Der Sonntag war dann sehr vollgepackt, wir sind morgens in die Kirche und ich habe mich dann von allen dort offiziell verabschiedet. Dann sind wir in eine Harry Potter Ausstellung gefahren im Science Centre. Es war super interessant gestaltet und es gab ganz viele original Kulissen und Kostüme zu sehen. Super war auch, wie man gemerkt hat, wie klein die Schauspieler zu Anfang des Drehs waren und wie sie sich entwickelt haben. Auch ist es interessant zu sehen, wie viel Mühe, Liebe und Ideen in die Details gelegt worden sind, die man sonst im Film doch ganz schnell übersieht. Ich habe mir vorgenommen jetzt erstmal nochmal alle Harry Potter Teile anzugucken! Leider durfte man keine Fotos machen...

Deborah war auch mit in der Ausstellung und da sie noch nie das Science Centre gesehen hatte, bin ich mit ihr dann nochmal durch die anderen Ausstellungen gegangen. Das Ärgerliche ist nämlich immer, dass man bei den Spezialausstellungen immer den normalen Eintrittspreis mitbezahlen muss.

 

Wir sind dann wieder nach Hause gefahren und haben Abendbrot gegessen, dann sind wir noch auf ein kostenloses Konzert gegangen, das sehr sehr schön gestaltet war.

Konzert

John kam dann noch auf die grandiose Idee, uns eine "Lichttour" zu geben. Wir sind dann also durch halb Edmonton gefahren und haben uns die Weihnachtsdekos an den Häusern angeschaut. Auch das Regierungsgebäude war super schön geschmückt, das sind die Parkbilder. Dann haben wir noch durch Zufall das absolut beste Weihnachtshaus entdeckt:

Government Park    Fancy House    

Halifax II

Donnerstag, 28.11.2013

Heute habe ich mal dem Wetterbericht vertraut und bin erst zum Mittag hin losgewandert. Tatsächlich hat sogar die Sonne geschienen. Ich wollte zum Hafen und zum Point Pleasant Park laufen und habe auf meinem Weg dorthin viele schöne Häuser gesehen.

  

Der Park war auch wirklich schön, ich hatte super Licht, da es kurz vor Sonnenuntergang war und habe ein paar Surfern beim Surfen zugeschaut. Es war zwar angenehm warm (10°C), wäre mir aber trotzdem zu kalt. Halifax hat keinen direkten Sandstrand, es erinnert ein wenig an England und Steinstrände.

     

Wenn man alleine reist, ist es immer schwierig, Fotos zu schießen, auf denen man selber auch noch drauf ist. Da ich aber das schöne Licht ausnutzen wollte, habe ich mich dann mal an ein Selbstauslöserfoto gewagt. Nachdem ich zur Bank hingesprintet bin, man hat ja nur 10 Sekunden Zeit, bin ich frohen Mutes wieder zur Kamera zurückgelaufen. Wie man auf dem Foto erkennen kann, sind vor der Bank aber einige Matschepfützen, die mich natürlich beim Sprinten nicht behindert haben, ich aber dann beim Zurücklaufen ausgerutscht bin und im Matsch gelandet bin. Naja, das Foto ist schön geworden- immerhin :D

Auch interessant fande ich den Coyoten-Hinweis auf dem Schild. Ich bezweifele, dass Steine werfen so eine gute Idee ist ;)

Halifax

Mittwoch, 27.11.2013

Am Dienstag Morgen ging es dann los nach Halifax. Da ich ein wenig Geld sparen wollte, hatte ich einen langen, komplizierten Flug mit zwei Zwischenstops; die Flüge waren aber alle super angenehm und ich hatte keine Probleme mit dem Umsteigen. Nur mein Koffer hat ein wenig gelitten, aber Air Canada wollte mir nichts ersetzen. (Er ist aber noch benutzbar, nur nicht mehr dunkelrot sondern eher schwarz mit einem kleinen Riss).

Das Spannendste war eigentlich die Busfahrt nach Halifax hinein, da der Flughafen eine halbe Stunde Fahrt außerhalb liegt. Als ich dann im Bus war fiel mir eine Frau auf, kreidebleich und hat sich den Bauch gehalten, ich dachte ja zuerst sie sei schwanger. Auf jeden Fall habe ich dann erstmal dem Busfahrer Bescheid gesagt und der einen Supervisor (mir fällt das deutsche Wort gerade nicht ein) geholt und der hat dann erstmal einen Krankenwagen bestellt. Die Frau meinte nur, dass sie ihr im letzten Krankenhaus die Behandlung verwehrt wurde und sie wie ein Stück Scheiße (Zitat von ihr) behandelt wurde. Das Interessante war allerdings, dass neben mir ein angehender Arzt saß, der anschließend nur zu mir meinte, die hat ein Alkoholproblem, sie hätte total nach Alkohol gerochen. Die Frau sah auch ein wenig zerfleddert aus, hoffen wir mal, das Krankenhaus konnte ihr helfen.

Die Nacht über habe ich sehr schlecht geschlafen, hatte leider ein wenig Jetlag, wir sind hier drei Stunden vor meiner Zeit in Edmonton, sodass ich erst gegen vier eingeschlafen bin. Das um neun Aufstehen morgens war fast genauso schlimm, da es sich angefühlt hat wie sechs Uhr. Auf jeden Fall hat es heute den ganzen Tag geregnet und für heute Abend ist eine Sturmwarnung angesagt, das Hotel hat mir gerade eine Taschenlampe gebracht, falls der Strom ausfallen sollte- jipiieh.

Mein Hotelso nass war ich

Ich habe dann erstmal zwei Stunden lang im Regen Halifax erkundet, war bei der Zitadelle, einer sternförmig angelegten Militäranlage, die von außen als großer Grashügel getarnt ist. Ich war auch die einzige Besucherin dort, kein Mensch wäre bei dem Wetter freiwillig herumgelaufen, aber ich habe ja nur zwei Tage hier direkt in Halifax, da darf man nicht wählerisch sein. Dann habe ich mir noch eine Kirche und die Hafenfront angeschaut und bin dann wieder heim und erstmal wieder getrocknet.

Zitadelle  der Glockenturmso soll sie bei schönem Wetter aussehenHafenSt. George IslandHalifax

 

Nachmittags dachte ich mir dann, was soll ich nur bei Regenwetter machen und habe mich dann dazu entschieden, etwas für meine kulturelle Bildung zu tun und habe mir das "Pier 21" Museum angeschaut. Das Pier 21 war die Anlaufstelle für alle europäischen Immigrantenboote. Es gab auch einige deutsche Immigranten, besonders nach dem 2. Weltkrieg (ca. 300 000). Das Museum war hübsch gestaltet, die Infotafeln kurz aber gut beschrieben und es gab noch einen 4D Film, das ist wohl jetzt der neuste Trend hier. Ist schwer zu beschreiben, aber es werden Menschen in 3D auf die Bühne projiziert, die doch so echt wirken, dass ältere Menschen sie schon öfter mal für Schauspieler hielten, wie mich eine Museumsdame informierte. Tatsächlich war ich auch hier die einzige Besucherin und hatte den Film ganz für mich alleine.

   

So sieht übrigens gerade das Dach unserer Nachbarn in Edmonton aus, der eine Eiszapfen ist über einen Meter lang:

Wort des Tages: icicle = der Eiszapfen

Farm 2.0

Donnerstag, 21.11.2013

Am Mittwoch bin ich dann noch gut angekommen auf der Farm und wir haben abends eigentlich nur noch gekocht, die Ställe gemacht und ein wenig im Schnee gespielt. Nathaniel hatte ganz viel Spaß am Bauen eines Iglus und hat dann gleich drei gebaut, in denen er unbedingt einmal übernachten möchte- aber sicherlich nicht mit mir, ich habe mir bereits am ersten Tag eine Erkältung eingefangen.

Nathaniel am Iglu bauenThunder

Am Donnerstag war wunderschönes Wetter, wir haben den ganzen Vormittag dazu genutzt, Holz vor das Haus zu stapeln, danach taten meine Arme und Beine ein wenig weh, besonders das ständige Treppenlaufen war ein super Workout. Auch haben wir Muffins gebacken und hatten noch Besuch vom Architekten für das Gewächshaus.

Am Freitag haben wir dann noch die letzte Fuhre Holz heraufgebracht und nun sollte das erst einmal für den halben Winter halten. Nachmittags sind wir dann noch ein bisschen geritten, habe natürlich meine Kamera vergessen gehabt, aber sicherlich eine perfekte Figur auf dem Pferderücken gehabt ;) Auch habe ich noch super leckere Kekse gebacken aus dem Dr. Oetker Backbuch, das meine Mutter Robin geschenkt hat.

Am Samstag (Meine Deutschlehrer werden sich jetzt sicherlich die Haare raufen, weil sie spätestens jetzt gemerkt haben, wie ich jeden Absatz stilistisch gleich einleite ;)) waren wir auf einem Handarbeitsmarkt in Lac La Biche, der aber wider unserer Erwartungen enttäuschend klein war. Danach sind wir noch zu Freunden auf den Geburtstag gegangen und dann ging es auch schon wieder nach Hause.

Auch war am Samstag das totale Schneechaos in Edmonton, das ich aber erst bemerkt habe, als ich dann wirklich in der City war. Das komplette Verkehrsnetz lag mehr oder weniger flach. Ich wollte abends noch auf unser Chorkonzert, an dem ich leider nicht teilnehmen konnte, da ich die Generalprobe verpasst habe. Ich hatte noch ein wenig Zeit, also beschloss ich mich in ein Café zu setzen und eine heiße Schokolade zu trinken gegen das kalte Wetter. Also Kakao bestellt, die Kellnerin mir dann meine heiße Schokolade gemacht, bis ich gemerkt habe, upps, meine Kreditkarte wird nicht akzeptiert und ich hatte kein Bargeld dabei. War mir natürlich total peinlich, habe dann vorgeschlagen, ich einen Geldautomaten zu suchen und dann zu bezahlen. Die nette Kellnerin meinte darauf nur, es wäre garkein Problem und ich sollte meinen Kakao doch schonmal mitnehmen, draußen sei es doch so kalt. Das Vertrauen hat mich echt gewundert, aber ich habe sie natürlich nicht enttäuscht und bin wiedergekommen.

Das Chorkonzert war wunderschön, ich habe es auch nur ein klein bisschen bereut nicht mitsingen zu können. Letztendlich ist es doch eine ganz andere Erfahrung den Chor im Gesamten und nicht nur von seiner Stelle im Chor wahrzunehmen.

Nach dem Konzert wollte ich eigentlich Sasha fragen, ob er mich nach Hause fahren kann, er meinte aber, er wolle vorher noch etwas trinken wollte. Dann sind er, Deborah (die 2. Deutsche) und ich noch in eine nette Bar gegangen, der Türsteher wollte mir erst nicht glauben, dass mein Personalausweis echt sei- Ich habe noch den Alten, Laminierten- nachdem ich ihm dann aber auch noch meinen Reisepass gezeigt habe, der ja genau diesen Ausweis letztendlich auch enthält, hat er mir dann geglaubt. War ein netter Abend, Sasha hat bezahlt ;D

Am Sonntag war dann Johns Geburtstag, der aber traditionell erst Abends gefeiert wird. Also habe ich meinen Tag damit verbracht mit ganz vielen, lieben Leuten zu skypen und Abends haben wir dann chinesisch gegessen. Ich hatte natürlich auch ein super Geschenk, hab ein paar der Kekse von der Farm aufgehobenund ihm noch einen Büchergutschein geschenkt, da er gerne liest.

Am Montag habe ich es dann endlich geschafft, meine Karten zu senden, nachdem ich sie schon mit in Vancouver und auf der Farm hatte, aber nie eine Post offen war! Leider habe ich mich auf diesem spannenden Ausflug im Schnee hingelegt, meine komplette rechte Seite tat weh und ich konnte meinen Arm bis heute (Donnerstag) kaum bewegen.

Dementsprechend langweilig waren dann auch meine nächsten Tage bis heute, da ich doch ein wenig gelitten habe und gleichzeitig meine Erkältung schlimmer wurde... Mittwoch war ich dann noch bei der Chorprobe, was sich aber auch nicht wirklich gelohnt hat, denn mit Nase zu kann man super schlecht singen.

Auf jeden Fall geht es meinem Arm heute wieder besser (:

Was ganz lustig ist, ist das Wetter, das wechselt jvon einem Tag auf den anderen von super schlecht und kalt (Mittwoch waren es sage und schreibe -26 Grad) zu sonnig und wunderschön. Hier ein paar Schneefotos:

Schlechte Tage:

Gute Tage:

Skatingring ;)  so hoch ist der Schnee 

Vancouver <3

Mittwoch, 13.11.2013

Vancouver- eine wunderschöne Stadt direkt an der Westküste, mit Meer und den wohl meisten Starbucks (eine Caféreihe). Wenn man die Einheimischen fragt, wo denn das nächste Starbucks ist, kriegt man zu hören. an jeder Ecke, und das stimmt definitiv!

Los ging es am Freitag um fünf Uhr morgens. Trotz frühen Aufstehens habe ich es glaube ich das erste mal geschafft, nichts zu vergessen. Die Busfahrt war...lang, ich glaube wir sind knapp 15 Stunden gefahren. Das einzig Gute war, dass wir viiiele Filme dabei hatten und so ging die Zeit schnell herum.

In Vancouver angekommen, sind wir dann nicht erstmal ins Hotel gekommen, sondern mussten sofort zum Chorfestivaltreffen. Das Chorfestival hieß "Voices West" und es waren fünf verschiedene Chöre dort, insgesamt waren wir 280 Sänger. Es gab ein paar Eisbrecher (Icebreaker) Spiele und ich muss sagen, alle Leute die ich getroffen habe, waren ausgesprochen nett. Auch haben wir zum ersten mal die "Masschoir" (Massenchor) Stücke gesungen und ich hatte wirklich Gänsehaut. Alle Facebooknutzer können mal " Kokopelli Choirs" suchen und sich dann auf der Seite die Videos anhören.

alle Sänger

Link für Facebookleute:

https://www.facebook.com/photo.php?v=10153430187490063&set=o.6335758982&type=2&theater (Spirehouse: Costal Sounds and Kokopelli)

https://www.facebook.com/photo.php?v=10153423748050063&set=vb.6335758982&type=2&theater

Link für Youtube:

https://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=AVw5VprMKiY (Masschoir)


Nach einem kleinen Snack und mittlerweile schon 11 Uhr abends durften wir dann endlich ins Hotel. Unsere Zimmer waren ganz nett, aber man hat doch gemerkt, dass sie eigentlich für zwei und nicht für vier Leute ausgelegt waren. Besteck für zwei, Handtücher für zwei, Decken für zwei. Besonders das Deckenteilen war sehr nervig. Ich war dann jedoch froh, dass keines der Mädchen geschnarcht hat. Die erste Nacht habe ich trotzdem nicht gut geschlafen, da die Straße sehr, sehr laut war.

Am nächsten Tag haben wir uns morgens wieder mit den anderen Chören getroffen, hatten verschiedene Proben, mal mit einem Chor zusammen, mal mit allen. In der Mittagspause habe ich dann zum ersten Mal Sushi gegessen und bin jetzt schon ein totaler Fan davon (: Hier ist Sushi durch die vielen Asiaten auch sehr beliebt und billig, ich habe glaube ich sieben Dollar bezahlt und die Hälfte war nachher noch übrig.



Nachmittags mussten wir uns dann in unsere Uniform werfen, die bestand aus einer lilanen Tunika, einem organgen Top und Yogapants, eigentlich ganz cool soweit. Der Name meines Chores Kokopelli ist übrigens afrikanisch und steht für den Gott der Musik, aber auch für den Gott der Fruchtbarkeit, der der Legende nach immer Frauen schwängert. Manchmal ist es gut, garnicht alle Übersetzungen genau zu wissen ;) Kokopelli ist sehr auf afrikanische Musik spezialisiert, die sehr viel Spaß macht zu singen, da man sich auch immer dabei bewegt.

Rachel in sexy Uniform ;)

Dann hatten wir zwei Konzerte, eines um 5 und eines um 8 Uhr Abends, die anderen Chöre waren alle hervorragend, man hatte uns vorher eingeschärft, immer nett und vorbildlich zu sein, da die Chöre zu uns hinaufblicken würden, aber tatsächlich waren sie nicht wirklich schlechter als wir. Zuhause gibt es dann noch ein paar Videos. Besonders beeindruckt hat mich auch ein ganz junger Chor (5-15 Jahre alt), die unglaublich gut harmoniert haben.


Am Sonntag hatten wir dann nach den wirklich anstrengenden Probentag endlich mal Freizeit. Deborah, ich und ein paar Kokos sind dann ein wenig umhergewandert und haben einen Kaffee getrunken bei Starbucks, wie es sich gehört in Vancouver. Hier ein paar nette Bilder.

 

Mittags ging es dann mit einem Workshop für Highschoolchöre weiter. Angefangen hat es mit einer riesen Versammlung in der Kirche und einem meiner Meinung nach total schlechtem Einsingen. Dann hat jeder Chor des Festivals und jeder Highschoolchor etwas vorgetragen, was mindestens zwei Stunden aufwärts gedauert hat. Der eigentlich Workshop bestand dann darin, dass wir den Schülern ein afrikanisches Stück beigebracht haben und ein anderer Chor ein irisches. Danach sind wir dann wieder in der Kirche gewesen und haben alle zusammen gesungen. Ich würde schätzen wir waren so an die 500 Leute, wirklich eindrucksvoll.


Am Abend sind wir dann noch mit einem Boot durch den Hafen gefahren. Alle waren total schick angezogen, es gab ein Dinner und Tanz. Der Abend hat richtig viel Spaß gemacht, unser eigentliches Ziel hätte es zwar sein sollen, andere Leute aus den anderen Chören kennen zu lernen, aber wir haben die Zeit eher dazu genutzt unsere eigenen Chorleute kennen zu lernen.

       

Am Montag hatten wir morgens auch noch ein wenig Freizeit und waren dann mit Liz ein wenig spazieren am Strand und haben Fotos gemacht. Danach waren wir noch mit dem ganzen Chor auf einer kleinen Sightseeing-Tour: Stanley-Park und Granville Island.

  Stanley Park


Dann sind wir zum nächsten Hotel aufgebrochen nach Kamloops, das zwischen Vancouver und Edmonton liegt, ich weiß immer noch nicht, was der genaue Sinn war, nicht direkt nach Hause zu fahren, aber sie werden wohl ihre Gründe gehabt haben. Tatsächlich kann man in Kamloops nichts machen, wir waren dann abends noch Sushi essen (jaaa schon wieder, es ist sooo lecker) und haben dann noch den Hot Tube ausprobiert. Nach und nach kamen dann immer mehr Leute dazu und wir haben ein wenig gesungen.


Am nächsten Morgen sind wir dann heim nach Edmonton gefahren, leider sind wir nicht so weit gekommen. Um nach Edmonton zu gelangen, muss man die Rocky Mountains überqueren und die Straßen sind recht gefährlich. Es hat angefangen zu regnen und wir hatten Blitzeis. Wir hatten super Glück, dass unser Busfahrer sofort angehalten hat, da es ihm zu heikel war. Das Auto das uns dann noch viel zu schnell überholt hat, war dann im Unfal hinter der nächsten Kurve beteiligt. Auto gegen Truck- Fahrer tot.


Wir haben das zu der Zeit garnicht richtig realisiert, da es hinter der Kurve passiert ist, genau als wir angehalten haben. Wir fanden es eher lustig, über die Straße zu schlittern, so ein krasses Eis habe ich selten erlebt. Als dann die Polizei gekommen ist und uns von dem Unfall erzählt hat, konnte sie auch kaum stoppen, das Polizeiauto ist beim Stoppversuch von der rechten Spur komplett in die linke gerutscht. Wir können also nur unserem wirklich tollen Busfahrer danken, da wir auch super leicht den Unfall verursacht haben könnten, hätten wir nicht angehalten.


Auf jeden Fall hat der Unfall den ganzen Highway blockiert und das Eis hat ein Durchkommen sowieso unmöglich gemacht. Der ganze Highway wurde gesperrt, wir waren das erste Fahrzeug hinter dem Unfall und hatten immer fremde Leute, die unser Klo benutzt haben. Das Problem war auch, dass wir jetzt keine Filme mehr gucken konnten, da der Bus sonst keine Batterie mehr gehabt hätte.


Die ersten beiden Stunden haben wir dann nur im Bus gewartet, doch es wurde schnell klar, das würde auch in den nächsten Stunden nichts mehr geben. Wir haben dann gedreht, wobei wir fast im Schnee stecken geblieben wären und sind zum letzten Dorf zurückgefahren.
Alle zwei Stunden gab es ein Update, und die Öffnung des Highways zögerte sich immer länger hinaus. Mittlerweile hatten sich auch schon einige Leute an der Tankstelle, an der wir  Rast gemacht hatten, versammelt. Der Tankstellenshopbesitzer muss den Umsatz des Jahres mit all den Leuten gemacht haben.


Letztendlich steckten wir neun Stunden fest. Mittlerweile hatten wir uns alle damit abgefunden, dass wir im Bus übernachten müssen oder zurück nach Kamloops fahren werden, und wieder ins Hotel gehen würden. Dann kam aber doch die Nachricht, dass der Highway um sechs wieder geöffnet sein sollte und wir versuchten unser Glück. Es war auch schwer abschätzbar, wie die Verhältnisse des weiteren Weges aussehen würden. Auch hatten wir weder Internet- noch Handyverbindung.


Der Highway hat dann tatäschlich um acht geöffnet und wir sind die Nach durchgefahren und waren morgens um fünf in Edmonton angekommen. Jetzt sitze ich gerade im Bus, weil ich zurück auf die Farm fahre, das war auch wirklich knapp gewesen, da ich den Bus unter den Umständen vielleicht garnicht hätte erreichen können. Aber es hat alles geklappt, wir leben alle noch und uns geht es gut! Und entschuldigt meine eventuellen Fehler, im Bus schreiben ist nur so semigut und ich bin immer noch hundemüde ;)

Bin übrigens mittlerweile gut auf der Farm angekommen.

Es schneit, es schneit...

Samstag, 02.11.2013

...kommt alle aus dem Haus, die Welt, die Welt, sieht wie gepudert aus! Das werde ich leider erst morgen feststellen können, da der Schnee am Tag noch nicht liegen geblieben ist, aber dann gibt es bei schönem Wetter mit Sicherheit auch ein paar Schneefotos!

Letzten Sonntag sollte es ja schon schneien, aber das war eher erbärmlich. Aber das war mal einer der Tage, an dem ich wirklich viel gemacht habe. Wir waren morgens in der Kirche zu einer Konfirmation, und ja, auch die Gottesdienste in Kanada zur Konfirmation dauern ewig, und anschließend habe ich noch ein bisschen mit meinen Eltern geskypt. Am Nachmittag waren John und ich dann noch auf einem Konzert von Lorelei, die neuerdings wieder in einem Chor singt. Schön war es, nur leider hatten sie bei den Mitsingliedern nur den Text abgedruckt und ich als leider doch noch nicht vollständige Kanadierin konnte die Melodie nicht und habe mich ein wenig durchgewurschtelt. Die Konzerthalle war aber toll und neu.

Winspear Centre Concer Hall

Am Montag hatten wir dann wieder Chorprobe und ich habe endlich meine eigene Chormappe. Auch war ich ein wenig geschockt, als ich eine Email bekam mit: "Bitte bezahlen Sie ihre Chorgebühren", ich war eigentlich davon ausgegangen, dass der Chor kostenlos sei, wie bei uns die meisten Chöre ja auch. Dann dachte ich, naja wird schon nicht so viel seien, habe auf der Website nachgeguckt und mich traf erstmal der Schlag: 800 Dollar im Jahr! Letztendlich musste ich dann nur 50 Dollar für meinen Monat bezahlen, aber hätte ich das vorher gewusst, hätte ich es mir zehnmal überlegt, dort mitzumachen. Die Chorprobe war aber schön.

Am Dienstag war ich mit Deborah, der deutschen Austauschschülerin, im Kino und wir haben den Film "The Spectacular Now" angesehen, ein Teeniefilm. Wir waren uns aber beide einig, dass wir ihn nicht empfehlen würden, also falls er mal irgendwann in Deutschland rauskommt- es lohnt sich definitiv nicht! Dafür war aber unser vietnamesisches Essen lecker:

Essen & Deborah

Am Mittwoch war wieder Chorprobe, leider war Sasha krank und ich musste mit dem Bus fahren, hat aber ganz gut geklappt. Schöne Chorprobe soweit, haben die letzten Infos zu Vancouver erhalten und nächsten Freitag gehts um 5 Uhr morgens los...

Am Donnerstag war dann Halloween, juhu, ich hoffe der Brauch kommt nicht so schnell nach Deutschland, aber ich befürchte, dass wir in spätestens 10 Jahren auch Halloween feiern werden. Ich meinte schon zu Ann-Sophie, man sollte sich mal als Martin Luther verkleiden, weil bestimmt kaum noch einer weiß, dass es der eigentliche Reformationstag ist. Ich sehe auch irgendwie keinen Sinn in Halloween, die Kinder sagen "trick or treat" und selbst wenn man Ihnen nichts Süßes geben würde, würde man keinen Streich gespielt bekommen; John sagte, früher war das anders, da musste man sich wirklich fürchten, am nächsten Morgen nicht mit rohen Eiern an der Scheibe oder Seife aufzuwachen.

Naja, es war dann doch ganz witzig, den kleinen Kindern Süßigkeiten zu geben. John kam dann noch spontan auf die Idee, sich zu verkleiden und zu den Nachbarn zu gehen und Süßigkeiten selbst zu sammeln. Also haben wir uns auf die Schnelle noch ein Kostüm zusammengebastelt, wer meins nicht erkennt, ist wohl aus dem Film "Ich, einfach Unverbesserlich", diese komischen kleinen Männchen. Waren dann bei einem Nachbarn und haben ein Kitkat abgestaubt, nachdem John zehn mal versichert hat, dass er nur zu groß für sein Alter sei ;)

 

Hier gibts auch noch ein paar nette Halloween Dekorationen:

   

Am Freitag war ich 50 Minuten joggen und war auch den ganzen Tag unglaublich stolz auf mich. Leider hat sich das heute, am Samstag geändert, ich kann mich kaum bewegen und jeder Zentimeter meines Körpers schmerzt. Ich glaube ich bin einfach lernresistent in Bezug auf sportliche Aktivitäten.

Wort der Woche: trick or treat = Süßes oder Saures (wörtlich: Süßes oder Streich)

und habe noch so ein süßes Wort wiederentdeckt, ich glaube, das haben wir mal irgendwann in der Schule gelernt: touchy-feely = gefühlsduselig, gefühlsbetont

Ein Königreich für eine Zucchini!

Freitag, 25.10.2013

Ist mir ja schon fast ein wenig peinlich, dass ich diese Woche garkein Blog geschrieben habe... aber nun wird das alles nachgeholt!

Mein Chor probt übrigens montags und mittwochs, daher sind das immer die Highlighttage der Woche. Anfangen möchte ich aber mit dem Sonntag (:

Sonntag ist Kirchentag, um 9:00 Uhr beginnt der Gottesdienst und es ist erstaunlich, dass es doch deutsche Melodien im Gottesdienst gibt, allerdings haben die Texte meistens eine komplett andere Bedeutung. Das Schöne am Gottesdienst ist auch immer, dass sie ein kleines Heftchen für jeden Sonntag haben, in dem der komplette Ablauf notiert ist, mit allen Texten/ Lesungen etc. sodass wenn ich den Pfarrer nicht ganz verstehe immer lesend folgen kann. Nach dem Gottesdienst folgt immer die "Education Hour", eine Art Erwachsenenbildung mit wechselnden Themen und Referenten. Dieses Mal war das Thema "Glaube in Krisensituationen" dran und es gab vier Kirchenmitglieder, die ihre persönliche Geschichte erzählt haben und wie sie ihre Krankheiten mit Hilfe der Gemeinde und dem Glauben überstanden haben. Dieses war sehr emotional, da es für einige Redner wirklich schwer war über die eigene Leidensgeschichte zu erzählen und man am Liebsten mitgeweint hätte.

Dann habe ich Sonntag noch mit Ami geprobt bei ihr zuhause, das war wirklich schön und festgestellt, dass ihr Bruder den DFB liebt. Sie hat auch eine super nette Familie, mit der ich ein wenig über Deutschland geredet habe und die unbedingt aufs Oktoberfest wollen, darüber konnte ich leider gar nicht so viel erzählen, war ja noch nie da, nur dass das Bier immer teurer wird.

Danach gab es in der Kirche noch ein liebevoll gestaltetes Oktoberfest, mit natürlich nur alkoholfreiem Bier, einem Abendessen, deutschen Liedern und Zungenbrechern. Das hat mir wirklich Spaß gemacht, bis auf die Tatsache, dass die Organisatiorin wusste, dass ich Klavier spielen kann und mich dann ans Klavier geholt hat und ich dann spontan Superkalifragilistischexplialigorisch (keine Garantie für eine saubere Rechtschreibung) begleiten sollte. Wäre auch kein Problem gewesen, aber man hätte vielleicht vorher mal schauen sollen, dass die Melodie und der Text der Leute zusammenpassen -.- naja habe dann ein wenig improvisieren müssen und es war mir dann doch peinlich und ich hoffe, dass die Leute jetzt nicht denken, ich könnte kein Klavier spielen. Aber es war ja definitiv nicht meine Schuld...

Montag war dann Chorprobe, mein Chor probt immer montags und mittwochs, die Highlights der Woche. Da die Vancouverreise immer näher rückt, legen die beiden Chorleiter sehr viel Wert darauf, dass die Lieder auswendig sitzen und so muss jedes Mal eine kleine Gruppe aus den jeweils verschiedenen Stimmen, Sopran, Alt, Tenor, Bass alleine vorsingen, um zu testen, ob der Text sitzt. Diesmal musste ich auch, obwohl es erst meine zweite Chorprobe war, wahrscheinlich wollten sie mich mal testen. Letztendlich hat es sich auch gelohnt, alle waren begeistert, dass ich das Lied schon auswendig konnte, hatte sich meine Probenarbeit doch gelohnt! Und nun kommt das Beste: Ich darf mit nach Vancouver!

Das ist übrigens das spanische Lied, dass wir auswendig lernen mussten:

und noch ein wie ich finde super cooles Stück:

Es ist mir wirklich ein wenig peinlich, aber mir fällt nicht mehr ein, was ich am Dienstag gemacht habe. Eigentlich nichts. Ich glaube, ich war joggen. Nicht am Dienstag, aber ich bei einer meiner Joggingtouren (hört sich so schön lang an ;)), habe ich eine nette Halloweendeko entdeckt:

Am Mittwoch war dann wieder Chorprobe, alles soweit gut gelaufen. Ihr müsst wissen, ich fahre immer mit Sasha zum Chor hin und er bringt mich auch nach Hause. Als wir dann auf dem Heimweg waren, fiel mir dann irgendwann auf, dass es garnicht der Heimweg ist. Als ich dann nachfragte, meinte Sasha nur, wir wären zum Abendessen bei Zach eingeladen, ich war erstmal verwirrt. Tatsächlich haben wir dann bei besagtem Zach gegessen und es waren noch ein paar andere Chorleute da und es war super, weil man so mal die Chance hatte, die etwas besser kennen zu lernen und ein richtig netter Abend. Habe dann auch gleich erstmal mein Michael Schütz Buch an einen Asiaten ausgeliehen, um mal ein paar deutsche Kompositionen zu verbreiten :)

Donnerstag war auch ein schöner Tag, ich habe mich mit der deutschen Austauschschülerin aus dem Chor getroffen in der West Edmonton Mall. Es ist einfach doch was anderes mit Deutschen zu reden, als mit Kanadiern, man ist viel freier und kann endlich mal genau sagen, was man will ohne Sprachbarrieren. Sie heißt übrigens Deborah und kommt aus Baden-Württemberg. Wir waren ein wenig shoppen, natürlich nur äußerst notwendige Sachen ;) Mit ihr werde ich mich sicherlich noch öfter treffen.

Heute, Freitag, entschloss ich mich, nachdem Eike mich mit einem Kuchen neidisch gemacht hat, doch einfach auch selbst etwas zu backen. Die Zucchini-Chocolatechips-Muffins waren mein Plan, doch wer kann schon ahnen, dass es so schwer sein kann, eine Zucchini zu kaufen. Ich dachte mir, ich könnte meinen Zucchinikauf mit einem Trip zur West Edmonton Mall verbinden, da ich gestern keine Zeit mehr hatte, Schuhe für den Chor zu kaufen. Die Schuhe habe ich dann auch gefunden, aber wer kann schon ahnen, dass es in der größten Shoppingmall Nordamerikas keinen einzigen Supermarkt gibt?!

Dann bin ich erstmal wieder zurück gefahren und wollte im nahgeliegenen Supermarkt Zucchini kaufen gehen, leider gab es dort auch keine. Also wieder in einen Bus gestiegen und nach Southgate gefahren, um dort im Safeway zu suchen. Tatsache, es gab welche, aber super klein. Letztendlich hat mich meine Zucchinisuche den ganzen Nachmittag gekostet. Und das Schlimmste kam dann noch, irgendwie habe ich den Ofen falsch eingestellt und die Kekse sind jetzt alle schwarz. Lorelei und John essen sie trotzdem noch, so ungenießbar sind sie zum Glück auch nicht, aber einfach super ärgerlich!

Und am Sonntag soll es endlich schneien-jippiiieh!

Wort der Woche: rehearsal = die Probe

Edmonton Zoo & Chor

Sonntag, 20.10.2013

Am Dienstag wollte ich dann den kleinen, aber feinen Zoo besuchen, der angeblich nur 35 Minuten von zuhause entfernt sein sollte. Jedoch habe ich mich ein wenig verlaufen und habe für den Hinweg gut das Dreifache gebraucht. Letztendlich doch angekommen war es dann aber auch ganz nett dort. Die Hälfte des Zoos wurde vor ein paar Jahren von einem Hochwasser überschwemmt und deshalb war nurnoch halb so groß wie zuvor. Für mich war es jedoch eine gute Größe. Ich habe niedliche kleine Füchse gesehen und einen Elefanten, der Bilder malt, die dann verkauft werden.

ein Präriehund (getarnt als fetter Hamster)   

Am Mittwoch wollte ich mich dann endlich mal auf den Weg machen, einen zweiten Koffer für die Rückreise zu kaufen, da ich vermutete, dass die Preise zu Weihnachten hin steigen werden. Als ich dann aber einen netten Koffer gefunden hatte und bezahlen wollte, wurde meine Kreditkarte mal wieder nicht akzeptiert und ich habe das ganze Shoppingcentre nach Geldautomaten abgesucht, die meine Karte akzeptieren, was leider nicht der Fall war. Ich war auch ein wenig unter Zeitdruck, da ich heute auch meine erste Chorprobe hatte, sodass ich dann erstmal ohne Koffer wieder zurückfahren musste.

Die Chorprobe war wirklich super, der Chor besteht aus 50 Leuten, alle in meinem Alter und alle wirklich super begabt, kam mir fast ein wenig schlecht vor. Habe dann auch noch kurz vor dem Chorleiter vorgesungen- ich darf wiederkommen!

Das Beste ist, dass der Chor eine Reise nach Vancouver plant und noch 2. Sopran sucht, was perfekt meine Stimmlage ist. Ich bin noch nicht offiziell eingeladen wurden mitzufahren, aber übe fleißig die Stücke für die Konzertreise auswendig, was sich nicht wirklich als einfach erweist, da das Niveau sehr hoch ist und die Lieder nicht nur in Englisch, sondern auch in Afrikanisch, Russisch und Spanisch, juhuu. Ich gebe mein Bestes und hoffe so den Chorleiter dazu zu kriegen, dass ich mitfahren kann (:

Meine nächsten Tage waren dann auch nicht so spannend, habe eigentlich nur geprobt mit mir selber am verstimmten Klavier im Keller. Gestern Abend war von der Kirche aus ein Filmabend und ich habe einen wunderschönen alten Walt Disney Film "Pollyanna" geschaut, den ich nur weiterempfehlen kann! Hier essen die kein süßes Popcorn sondern nur mit Salz oder sogar Essig, ihhhh.

Heute habe ich viel geskypt und weitergeübt, kann mittlerweile schon fast vier Lieder auswendig, und abends haben wir dann noch ein wenig was gespielt und sogar mit Keir, nachdem ich ihn sehr sehr freundlich eingeladen habe und er hatte sogar Spaß ;)

Wort des Tages: to rehearse = proben

Thanksgiving in Banff

Montag, 14.10.2013

Ich ärgere mich gerade zu Tode, da sich mein Computer aufgehangen hat und ich jetzt alles nochmal schreiben darf -.-

Unser Thanksgivingurlaub in Banff war eigentlich mit der ganzen Familie geplant, aber da Keir spontan aus Kalifornien wieder zurückgekehrt ist, um Arbeit zu suchen und währendessen auf die Antragsbestätigung der Einbürgerung zu warten, hat sich alles etwas geändert. Lorelei ist dann zuhause geblieben, aus welchen Gründen auch immer, und nur John und ich gefahren.

Freitag Nachmittag sind wir dann nach Banff aufgebrochen, das ungefähr sechs Stunden Autofahrt entfernt liegt. Tatsächlich kam es mir jedoch garnicht so lange vor, wahrscheinlich bin ich das lange Fahren und Warten in Kanada schon gewöhnt. Abends dann angekommen, war ich erstmal total überrascht von meinem tollen Hotelzimmer, kam mir jedoch auch etwas fehl am Platz vor.

mein Hotelzimmer

Freitag Abend haben wir dann nichts mehr gemacht, nur John hat versucht ein Feuer zu entfachen und dabei den Feueralarm ausgelöst. Der Samstag hingegen war sehr, sehr vollgepackt. Begonnen haben wir mit einem netten Frühstück im Hotel, dann sind wir mit einer Gondel auf einen Berg hinauf gefahren, konnte mir leider den Namen nicht merken, also heißt er jetzt einfach DER Berg. Dort haben wir auf viele japanische Mädels getroffen, die es total toll fanden mit weißen, alten Männern ein Foto zu machen. Dort oben auf DEM Berg gab es dann sogar ein ganz bisschen Schnee.

DER Bergein Reh im Vorgarten

Weiter ging es dann zum Johnston Canyon, dessen Namen ich mir aber auch nur merken konnte, da er so ähnlich wie John klingt, und dort sind wir für zwei Stunden zu den Wasserfällen empor gelaufen. Für John konnte man es vielleicht "laufen" nennen, aber ich musste eher joggen, um mit ihm Schritt zu halten- good exercise. Ich hätte aber definitiv nicht meine Winterboots zum Laufen anziehen sollen, die sind eher weniger dafür geeignet, wie ich nachher an meinen Füßen feststellen konnte.

Johnston Canyon 

Dann sind wir zum Lake Louise aufgebrochen (lustigerweise schreiben meine Finger immer zuerst automatisch Lake Louisa;) ). Das ist wohl einer der schönsten Seen in ganz Kanada, kristallklares Wasser und tiefblau, ein sehr beliebtes Reiseziel mit einem entsprechend teuren Hotel dazu. Auch für Hochzeiten sehr beliebt.

Lake Louise

Weil ein See ja nie genug sein kann, ging es dann weiter zum Moraine Lake, auch ein wirklich schöner See, jedoch kann er Lake Louise nicht das Wasser reichen ;)

Moraine Lake

Abends waren wir dann noch in den heißen Quellen in Banff, die jedoch leider total überlaufen waren und die Kapazität wohl mehr als ausgeschöpft war. Natürlich auch wieder ganz viele japanische Touristen getroffen, Banff scheint wohl ein sehr beliebtes Ziel bei Asiaten zu sein, so wie Jasper bei deutschen Touristen.

Hot Springs

Am nächsten Morgen haben wir kurz mit Hope geskypt und sind dann zu unserem high-society-brunch zum Banff Springs Hotel aufgebrochen. Das Hotel sah von Innen auch eher aus wie ein Schloss und ich kam mir völlig falsch angezogen vor. Das änderte sich auch nicht beim Brunch, als ich das unglaublich riesige und wundervoll angerichtete Buffet sah. Zum Glück sehe ich die Leute nie wieder;)

Nachmittags sind wir dann noch ein wenig shoppen gewesen und waren dann noch bei den ehemaligen heißen Quellen, die tausend mal schöner als die jetzigen sind. Diese sind nämlich so, wie ich sie mir vorstelle in einer Höhle. Leider hat sich eine seltene Schneckenart gedacht, dass sie sich doch dort mal ansiedeln könnten, sodass der Betrieb aus Naturschutzgründen geschlossen werden musste und jetzt nur noch ein Museum ist, das Wasser darf natürlich auch nicht mehr berührt werden, da es sonst die Wasserkonsistenz zerstören könnte- blöde Schnecken.

Heute hieß es dann wieder zurück nach Edmonton und uns hat dann doch noch ein Familienthanksgivingdinner erwartet, Lorelei hatte wohl zu viel freie Zeit ohne uns ;)

Wort des Wochenendes: hot springs = heiße Quellen

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